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Cover Illustration von Tino Erben

Streicher, eine Bluse, ein Muster, ein Kragen, fünf Knöpfe, eine Schürze, eine Schleife, ein Kochlöffel, ein Topflappen, ein Topf, ein Herd, fünf Kuchenformen, Kuchen, zwei Kessel, eine Kanne, ein Tisch, ein Tischtuch, eine Schüssel, ein Messbecher, ein Küchenbrett, ein Nudelholz, zwei Stühle, eine Kommode, zwei Schubladen, eine Schale, eine Vase, ein Fenster, Äste, Schnee, Gardinen, eine Girlande, sieben Weihnachtssterne, eine Lampe, ein Ofen, ein Ofenrohr, eine Backsteinwand, vier Treppenstufen, ein Geländer, ein Knauf, ein Schnitt.
(aus: 93 Minutentexte. The Night of the Hunter, Hg. von Michael Bauer und Volker Pantenberg, Brinkmann und Bose 2006 )

Nein, das ist nicht ein Blick durch die Küche und hinaus aus dem Fenster in den weihnachtlichen Vorgarten. In den wenigsten Küchen steht noch ein Ofen mit Ofenrohr dran. Das sind vielmehr 20 Sekunden Film in der Beschreibung von Sebastian Lütgers. Was wir erfahren? Eine Küche, eine Person, Weihnachten, früher. Mehr nicht. Wer nicht weiß, welchen Film Lütgers gesehen hat, wird nicht schlau werden. Für diejenigen, die den Film nicht gesehen haben, ändert auch die Nennung des Titels nichts: Charles Laughtons "The Night of the Hunter", USA 1955 (zum Wikipedia-Artikel).
Bei denjenigen allerdings, die jemals diesen irren Film mit Robert Mitchum in der Rolle des vorgeblichen Wanderpredigers gesehen haben, wird die Beschreibung der ersten Einstellung der 93. und also letzten Minute wahrscheinlich nicht die Erinnerung an genau diese Szene auslösen, aber ganz sicher Bilder, die in einem mehr oder weniger entlegenen Ort des Gehirns abgelegt wurden, und große Gefühle hervorrufen. Auch bei längerem Nachdenken fällt uns kaum ein Buch ein, bei welchem die bloße Nennung des Titels so deutliche Bilder und so starke Emotionen hervorbringt.

Die Beziehung zwischen Literatur und Film ist das Thema der letzten Ausgabe von 1000 und 1 Buch in diesem Jahr.

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1002. Seite von Ulli Lust
Vorlaut
Martina Lassacher: Emil und die drei Möglichkeiten. Zur Rezeption von Kinderbuchklassikern über deren Verfilmung
Zwischen den Zeilen. Tamara Bach über Bücher in Filmen
Nicole Kalteis: Kino(t)räume. Kinoreflexion zwischen Buchdeckeln
Ein Roman ist ein Roman ist ein Roman … und kein Film. Heidi Lexe über das filmische Erzählen in Jugendtexten.
Franz Grafl: Lust am Schauen und Freude am Lesen? Zur Rezeptionsästhetik zweier Medien – Nachdenken über Buch und Film
Nicole Kalteis: Schlafend zu sterben ist ein Luxus, der uns nur selten gewährt wird. Über das Moment des Todes in der Jugendliteratur
Schule – Buch – Bibliothek: Barbara Eichinger über Filme in der Bücherei
Ute Wegmann: Vom ersten Fisch zum ersten Film. "Sein erster Fisch" – mein erster Film: Die Verfilmung eines Buches von Hermann Schulz

Margarethe Erber-Groiß: Bevor die Bilder laufen lernen. Bilderbuchkino – ein sanfter Einstieg ins Medienerleben

Michael Roth: Junge Gaffer. Filme für ZuschauerInnen zwischen allen Stühlen
Einen Sack voller Flöhe hüten. Michael Gutmann im Gespräch mit Robert Buchschwenter
Silke Rabus: Film ab: Charlie und Lola

Jacky Gleich: Bilder finden, um die Einbildungskraft zu beflügeln. Wie ich vom Film zum Buch und zurückkomme

Ines Wagner: Alles dreht sich, alles bewegt sich. Ein Traditionsverlag auf neuen Medienwegen
Heidi Lexe: Follow the Hallow. Bei Harry Potter ist endlich alles gut.
"Tintentod" von Cornelia Funke im Blickwechsel
   
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